Saturday, 24. april 2010 6 24 /04 /Apr. /2010 07:11

Juhe meine lieben Freunde und ein herzliches Willkommen bei einem meiner letzten, wenn nicht DEM letzten Blogeintrag einer überragenden Zeit in den USA

 

Wie der eine oder andere vielleicht mitbekommen hat, hat Island mal wieder Europa lahm gelegt. Ist noch jemandem aufgefallen, dass Island gerne mal Probleme macht? Erst die Finanzkrise, wo sie vorne mit dabei waren, jetzt nen Vulkan. Da oben is irgendwas faul - aber das diskutieren wir wann anders.

Mein Flug am letzten Sonntag wurde auf jeden Fall gecancelt und ich saß in Portland fest. Das heißt, dass meine eigentlich als krönender Abschluss gedachte Hillbillyparty nur ein kleiner Gipfel auf dem Weg aufs Dach war. Die Hillbillyparty war eine Party, die in der Heimat von einem unserer Mechaniker statt fand und er meinte er muss mich doch mal in die wirklichen USA/ORegon einweihen. Also sind wir an diesem Tage in die Weinanbaugebiete in der Gegend von McMinnville gefahren. Das hat in erster Linie dazu geführt, dass ich mich noch mehr in "mein" Oregon verliebt hab. Da draußen findet man ein wunderschönes Wald und Weingebiet, wobei ich sagen muss, dass ich da in der Mitte von Nirgendwo nicht für alles Geld der Welt wohnen wollte. Schlussendlich kamen wir dann an einer Art Gehöft an, wo man schon von weitem bestimmt 40 Pickuptrucks stehen sah.

Also wir raus aus dem Auto und erstmal hinter die Werkstatt, wo etwa 40 Leute, hauptsächlich Männer und alle ganz klar als Hinterwäldler zu erkennen begeistert mit Ihren Modellautos gespielt haben. An der Stelle gibt es eine etwa 10 Meter hohe und recht steile Böschung auf der sie ihre Modelle rauf und runter gefahren, gerollt und was weiß ich nicht alles haben. Dabei muss man sagen, dass es sich dabei keineswegs um das das-hab-ich-so-gekauft-und-fahr-jetzt-ein-bissel-damit-rum-Modellauto handelte. Statt dessen waren das richtig technisch anspruchsvolle Modelle, die über Sachen und Hindernisse kamen, die ich für absolut unbezwingsbar gehalten hätte.

Irgendwann gingen dann die ersten zu anspruchsvollerem Gerät über: Mike und sein Kumpel sind mit Ihren Mini-Dirtbikes aufgezogen. Minidirtbikes sind kleine Enduromaschinen, die keine STraßenzulassung haben, meistens aus China kommen, spottbillig sind und verdammt gut voran gehen. Von da an sind die Leute dann auf diesen Maschinen die Böschung und die dahinter liegenden Waldpfade entlang, dass es für mich eigentlich nur eine Frage der Zeit war, bis sich der erste den Hals bricht. Dass alle schon ne ganz gute Menge Alkohol im Blut hatten dürfte klar sein. Die Situation und der Spaßfaktor waren dann aber recht schnell gebremst, als auf der Straße ein weißer Pickup mit einem Quad auf der Ladefläche vorbei fuhr und die beiden Jungs, die gerade auf dem Dirtbike unterwegs waren ne ganze Weile nimmer gesehen wurden. Der Pickup waren die Cops und die haben aus irgendeinem Grund was dagegen, wenn man betrunken auf öffentlichen Straßen ein Gefährt bewegt, das hier keine Straßenzulassung hat. Dazu sei gesagt, dass hier eigentlich alles, was Räder hat ne Straßenzualssung bekommt, man kann sich also ausrechnen, wie legal die Teile sind. Glücklicherweise ging das dann aber einigermaßen glimpflich aus und wir bekamen die Jungs mitsamt Bikes zurück.

Die ganze Sache ging dann noch ne Weile weiter bis wir dann hinter dem Haus standen und plötzlich von der anderen Seite des Hauses ein infernales Motorengeräusch zu hören war. Vermutlich waren wir die einzigen, die nicht genau wussten was das war, wenige Sekunden später wurden wir dann allerdings Primetime vorgestellt, der für den Lärm verantwortlich war. Primtime is der Truck, den Mike mit 2 Kumpels aufgebaut hat und unterhält. Truck heißt hier, dass das mal ein ganz normaler Pickuptruck war. Das ist er nimmer. Mittlerweile hat er da wo früher die Ladefläche war praktisch nichts mehr. Dafür sind da jetzt Kühler und Tank untergebracht. Wo einst ein normaler Motor war, befindet sich jetzt ein verändert 454 cubicinch-bigblock-V8. 454 CuIn sind irgendwas zwischen 7 und 8 Litern oder für die technisch weniger versierten: Etwa 5 Motoren eines durchschnittlichen VW-Polo. Wie sowas ohne irgendeine Form von Auspuff, geschweige denn Schalldämpfung klingt ist durchaus beeindruckend.

Insgesamt eine durchaus interessante Party, auf der ich Sachen auf vier Rädern gesehen hab, die in Deutschland auch einem sehr positiv gesinnten TÜV-Beamten heftige Alpträume bescheren dürften.

 

Am nächsten Tage in aller Frühe sollte dann also mein Flug gehen. Das ist nicht passiert. Statt dessen war es traumhafter Sommertag mit Temperaturen satt in den 20ern! Da waren der Brandon und ich natürlich auch schon wieder mit dem Kite auf dem Weg an den Strand. Leider hat dieses mal etwas der Wind gefehlt und so war es durchaus möglich dem Drachen zu diktieren wo es lang geht anstatt andersrum. Wobei andersrum definitiv lustiger ist.

 

Meine Mitbewohnerinnen hab ich an dem Abend dann erstmals wieder richtig gesehen und denen, vor allem meiner Vermieterin, war es sehr arg, dass ich nicht weg komm und dass ich jetzt noch ne lange Woche im doofen Portland festsitz. Ich war da weit weniger besorft drüber. Um mir diese Woche allerdings nicht zu lang erscheinen zu lassen haben sie daraufhin eine Bucketlist für mich aufgestellt. Normalerweise ist eine Bucketlist eine Liste der Dinge, die man tun muss bevor man stirbt. In unserem Fall wars nur bevor man geht, aber es war trotzdem recht gut.

Ein bissel später hing auf jeden Fall in der Küche eine Tafel, auf der verewigt wurde, was ich die Woche alles zu tun hatte. Und dabei wurden keinerlei Kosten und vor allem Mühen gescheut. Ich war auf ner PArty mit richtig geil gebodypainteten Kellnerinnen, war drauf und dran mit ner 45er Magnum rumzuballern (dummerweise gabs dann aber ne Terminkollision) und hab einige andere richtig gute Dinge erlebt, von denen hier nicht unbedingt die Rede sein muss.

 

Kurz vor meiner ersten geplanten Abreise war ich dann auch noch erfolgreich beim Verkaufen des automobilen Traums, der nach wie vor bei uns in der Einfahrt steht. Alice, meine Vermieterin hat einen Kumpel, der immer wieder kleinere Jobs am Haus für sie übernimmt um sich etwas Geld zu verdienen. Dieser Kollege war von meinem Lincoln so begeistert, dass er ihn mir förmlich abgebettelt hat. Dass er arbeits- und obdachlos ist und keinen Führerschein hat, hab ich est später rausgefunden! :D

 

Nach langem Verbleib in der Warteschleife von Air Canada bin ich nun auf einen Flug gekommen und hock gerade in Vancouver, BC. Dummerweise ging mein Plan mit dem Last-Minute-Hotel nicht ganz auf, weil aus irgendwelchen Gründen Priceline nicht funktioniert und die Hotels direkt selbst für die übelste Absteige über 100 Dollar wollen. Nachdem der Michl dafür natürlich viel zu geizig ist sieht es wohl so aus, als würde ich diese Nacht am Flughafen verbringen. Der bietet zum Glück wenigstens kostenlosen Internetzugang und Strom.

 

In diesem Sinne werde ich mich vielleicht noch ein letztes Mal melden um Sachen zu sagen, die schon lange mal gesagt werden mussten.

 

Viele liebe Grüße aus Vancouver, BC

 

Michl

 

von Michl
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Monday, 12. april 2010 1 12 /04 /Apr. /2010 08:08

Juhe meine lieben Freunde

 

Nachdem gerade meine letzte Woche im schönen Portland angebrochen ist und man schon länger nix mehr von mir gehört hat gibts hier mal wieder einen Blogeintrag. Dass man so lange nix von mir gehört hat liegt zum einen daran, dass ich wenig Zeit hatte und zum anderen daran, dass nix passiert ist. Das klingt jetzt komisch, aber es waren einfach keine Sachen dabei, die irgendwie besonders berichtenswert waren. Nachdem sich das heute geändert hat und heut mal wieder ein etwas spektakulärerer Tag war kann ich jetzt mal wieder was schreiben.

 

Mein Ziel war es vor meiner Abreise auf jeden Fall nochmal an den Strand zu kommen. Da es heute morgen richtig warm war und ich schon zeitig auf der Terasse lag, hab ich den Brandon angerufen um zu fragen ob er mitkommt. Insgesamt waren wir dann 4 LEute und der Kite, die an der Küste aufgeschlagen sind.

Kommen wir zum spaßigen Teil: Der Kite! Brandon hat einen knapp 5 m² großen, recht professionellen Drachen. Erst waren wir ein bissel besorgt, dass es nicht genügend Wind für das gute Stück haben könnte, später meinte Brandon dann aber, dass es genau perfekt für mich zum anfangen war, weil der Kite mir bei der Windstärke weh tut, mich aber nicht tötet. Die Sache mit diesem Drachen funktioniert eigentlich ganz einfach und wie bei einem gewöhnlichen Lenkdrachen. Man legt ihn auf den Boden, spannt die Schnüre und lässt ihn mit einem Ruck in die Luft. Irgendwann steht er dann hoch über einem und alles ist in Butter. Der interessante Teil ist dazwischen: 5m² sind ein Haufen Holz. Wenn man also anruckt geht das Ding erstmal in die Luft und fängt dann erst langsam zu steigen an. Dieses langsame Steigen beschleunigt sich aber immer weiter und durch das Flügelprofil steigt dadurch dann natürlich auch die Kraft, mit der er an der Leine zieht. Bei mir fühlte sich dann immer folgendermaßen an:

Anrucken und anfängliches Steigen: Ach so schlimm ist das ja gar nicht - du hast die Sache voll um Griff. Etwa eine halbe Sekunde später: zieht schon ganz heftig. Sekundenbruchteile später: AAAAAA (während ich barfuss und mit den Hacken im Sand über den Sand gezerrt werde). Wiederum eine halbe Sekunde später mit dem Kite hoch über mir: Cool. Jetzt hab ich die Sache im Griff: Nur wie hab ich die 20 Meter zurückgelegt, die ich weiter unten bin.

Insgesamt ein Heidenspaß. Großartig! Man hat mir auch gesagt es gäbe grandiose Bilder von mir, wie ich und der Kite (oder andersrum) unterwegs sind.  Am Ende des Tages hab ich Sand buchstäblich überall, einen Haufen blaue Flecken (wenn er mal zu stark nach oben zieht setzt er einen nicht immer auf den Füssen wieder ab - ich glaub ich bin auf so ziemlich jedem Körperteil mindestens einmal über den Strand gerodelt) und einen riesen Spaß gehabt.

 

Nach diesem kleinen Update werde ich jetzt weiterhin versuchen meinen Lincoln an den Mann zu bringen. Wenn irgendjemand Verwendung für einen 91er Lincoln hat und mir etwas Geld für ihn geben will bin ich genau der richtig zum Kontaktieren. Mein bisher einziges Angebot sind 300 Dollar und der Spaß den ich haben werd, wenn ich einem unserer Elektroniker auf der Hillbillyparty nächste Woche dabei zuschauen, wie er meinen Liebling ins Rollen bringt. Und wir reden hier von Rollen um die Längsachse.

 

Viele liebe Grüße aus Portland, OR

 

Michl

 

PS: HIer sind ein paar Beispiel wie Kitefliegen aussehen kann: http://www.youtube.com/user/BaumerS4

von Michl
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Saturday, 6. march 2010 6 06 /03 /März /2010 01:40
und wieder neigt sich eine durchaus ereignisreiche Woche dem Ende zu und damit dem wohlverdienten Wochenende:

Nach einem recht gemütlichen letzten Wochenende begann diese Woche recht stürmisch und hielt eigentlich das TEmpo auch. Nachdem ich am letzten Wochenende mal wieder umgezogen bin und jetzt wieder auf meiner geliebten 23ten lebe, bekam ich am MOntag eine neue Mitbewohnerin. Hierbei war das TIming nicht wirklich gut. Ich hab sie das erste mal schnell getroffen als ich vom Arbeiten heim kam und als ich sie eine Stunde später zum zweiten mal traf, war mein frustrationslevel aus verschiedenen Gründen auf einem Niveau angekommen, wo es schon lange nimmer war. Also bin ich in ihr Zimmer gestürmt und meinte ob sie sich mit mir betrinken will. Irgendwas scheint sie an dem Satz: Do you want to get madly drunk tonight allerdings nicht verstanden zu haben oder sie meinte ich mein das sowieso nicht ernst. Damit lag sie falsch. Ich hab also auf jeden Fall gleich mal einen gute Eindruck bei unserem ersten Treffen hinterlassen.

Im weiteren Verlauf der Woche war dann gestern der Abschied eines weiteren INterns angesagt. Der sollte heute nach Amsterdam und von da nach Hamburg fliegen. Also musste das natürlich gestern gefeiert werden. Dass diese Gelegenheit dann auch noch zufälligerweise mit dem thirsty thursday zusammenfiel tat der Sache natürlich recht gut. Thirsty Thursday is immer der erste Donnerstag im Monat, wo im Pearl District alle Galerien und coolen Ort bis in die Nacht rein offen haben und dich mit kostenlosen Getränken und Essen versorgen. War ne richtig witzige Nacht.

Heute wurde uns dann wiedermal bewusst gemacht wie verschieden die Amis doch ticken. Plötzlich kam nämlich unser Fahrermanager und meinte, dass er endlich sein neues Auto hat und er läd uns alle ein heut und morgen mit ihm auf den Portland Internation Raceway zu kommen. Nachdem hier richtig der Frühling Einzug gehalten hat (alles blüht und ich sitz gerade in kurzen Klamotten auf dem Balkon) haben die nämlich wieder ihre Quartermiles angefangen. Dass der Ami gerne das etwas größere Auto fährt war uns durchaus bewusst. Was mir allerdings weniger bewusst war ist, dass den meisten Amis das nicht reicht und sie dann anfangen dran rum zu basteln und die Kiste mal so richtig schnell zu machen. Also haben wir uns bei uns im Corp mal ein bissel umgeschaut und mussten feststellen, dass da einige Leute ziemlich bösartige Sachen durch die Gegend bewegen.
Gerade der Fahrermanager hat sich gerade einen Pontiac G8 rausgelassen. Das ist im Endeffekt eine große Corvette auf die sie eine viertürige Karosse raufgeschraubt haben. Nachdem er das DIng dann bekommen hatte, ist er jetzt gerade dabei das DIng schnell zu machen. anfänglich hatte das Ding wohl so um die 450 PS. Die hat er zwar immernoch, aber mittlerweile nicht mehr Standard-PS, sondern PS, die an den Reifen ankommen. Er hat uns dann Bilder gezeigt, wie er mit einem Schnitt (!!!!) von 133 das Ding durch North Dakota gejagt hat (und ja, wir reden hier von Meilen) und uns erklärt, dass er am Ende der Quartermile so bei etwa 110 (und ja, wir reden immernoch von Meilen) sein dürfte.
Als nächstes sind wir dann beim alten Mustang eines anderen Kollegen angekommen. Der hat mittlerweile Slicks auf der Hinterachse, nichts mehr, was man noch mit gutem Gewissen einen Auspuff nennen kann und eine koplette Einspritzanlage, mit der Ford noch nie was zu hatte.
Den Vogel hat dann aber einer von unseren Techs abgeschossen: Der kam nämlich auf einmal mit einem uralten, winzigen Toyota-Pickup an, der gigantische Schlammreifen drauf hat und ansonsten nur noch sehr wenig von einem Toyota an sich hatte. Das gute STück besitzt leider gar keine Auspuffanlage, was dem Geräusch, dass der Chevrolet Small Block V8, den er verpflanzt bekommen hat sicherlich keinen Abbruch tut. Das muss man gehört haben um es zu glauben.
Wir haben noch einige weitere interessante Vehikel bei uns, aber das waren schon die, die meiner Ansicht nach heute den Vogel abgeschossen haben. Sie wollten mich dann überreden mit meinem V8 auf die Viertelmeile zu gehen. Nach kurzem Nachrechnen hab ich dann allerdings feststellen müssen, dass ich mit 190 PS und etwa 2 Tonnen Fahrzeuggewicht vermutlich noch das nächste Rennen behindern würde und damit dankend abgelehnt.

In diesem Sinne werde ich mich jetzt darauf vorbereiten das Wochenende mit einem zünftigen Abend im Crystal Ballroom zu beginnen.

In diesem Sinne wünsche ich nur das Beste aus der Stadt, die mittlerweile wieder richtig Spaß macht!

Michl
von Michl
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Saturday, 27. february 2010 6 27 /02 /Feb. /2010 02:52
Hi

Nachdem ich gerade mal noch 10 Minuten über hab bevor der nächste Termin meines vollgepackten Zeitplanes meine volle Aufmerksamkeit verlangt, muss ich euch schnell berichten, wie 4 tapfere junge Männer in deutschen Fussballtrikots die deutsche Reputation im Ausland nicht nur verbessert, sonder in eine neue Sphäre katapultiert haben.

Die GEschichte fing am Freitagabend an, als drei der tapferen Kerle mit einem Arbeitskollegen nur noch schnell ein kleines BIerchen auf seinen Geburtstag in einer Bar hatten. Bis wir allerdings daheim waren, war es eben doch wieder fast 1 und um 2 sollte es dann los gehen. Also schnell ins Bett und ne halbe Stunde zu Schlafen versucht (was natürlich bombig klappt, wenn du ein bissel aufgekratz bist von dem was gerade war und was gleich sein wird) Ne halbe Stunde später hab ich den Wecker abgestellt mich standesgemäß ins Deutschlandtrikot geworfen und ab gings auf die Straße. 7 Stunden später sind wir dann mit unserem Commander (Firmenwagen, dessen Namen ich in unserem Zusammenhang eigentlich ganz passend fand) in Vancouver eingelaufen. Also begann erstmal die Suche nach einem Hotel. Das fand sich dann in der Nähe einer Ubahnstation etwas außerhalb von Downtown Vancouver. Dort durfte man für 20 Dollar am Tag sein Auto abstellen und schon hatten wir einen Platz für unser gemütliches kleines Hotel ohne Verpflegung. Nach den entsprechenden Vorbereitungen, die vor Ort getroffen werden mussten gings dann also in die Stadt. Natürlich waren wir schon von Portland sehr gut ausgestattet gestartet. Hier ein Rat vom neuen Profi: Wenn euch jemand erzählt, dass in den USA alles saugünstig ist: Das is ne Lüge! Fahnen sind sauteuer. Eine Deutschlandfahne mit 3 auf 5 Füssen ist uns mit 20 Dollar zu Buche geschlagen. Und es hat sich rausgestellt, dass sie jeden einzelnen Cent wert war. Es waren also jetzt 3 Deutsche und ein Amerikaner, die alle Deutschlandtrikots an hatten und eine deutsche Fahne am Masten schwenkten in Vancouver unterwegs. Dabei konnten wir eines deutlich feststellen: Die Welt liebt Deutschland nicht, die Welt vergöttert Deutschland. Wir hatten teilweise TRauben von Leuten um uns rum, die Fotos von und mit uns haben wollten. Es war ein Traum. Jetzt fragt sich natürlich vielleicht der eine oder andere: Hmm, so kennt man unseren Ruf im Ausland ja gar nicht! Den Grund für diese unglaubliche Beliebtheit haben wir auch erst später rausgefunden: Deutschland ist trotz seiner relativ geringen Größe das einzige Land der Welt, dass den USA im Wintersport Paroli bieten kann. Mit anderen Worten: Den meisten ist Deutschland scheissegal, aber solang die Amis den Bach runter gehen sind sie glücklich! Wir sind also durch die Straßen gezogen, hatten unsere Fahne dabei und haben uns fotografieren lassen. Insgesamt ein sauwitziger Tag, der noch bis lang in die Nacht rein ging.
Irgendwann kam dann der Sonntag und nach einer Nacht im Auto und dem doch recht anstrengenden Tag davor sahen wir dementsprechend verheerend aus. Aber dieser Sonntag war dann endlich der große Tag: Kanada spielte gegen die USA Hockey. Für alle die keine Ahnung vom Hockey haben: Kanada und die USA gehören beide zur absoluten Weltspitze und Hockey is in Kanada DER Nationalsport. So wie die meisten Deutschen irgendwas haben, wo die deutsche Flagge drauf ist, hat der Kanadier ein Hockeytrikot. Hauptsächlich natürlich von den Canucks, dem lokalen Team, aber noch viel mehr vom Team Canada. Es war also den ganzen Tag praktisch jeder in Rot mit dem Ahornblatt auf der Brust gekleidet. Nur 4 Leute trugen weiß und einer davon war kurz davor auf die Idee gekommen sich beim Home Depot einen etwa 3 Meter langen Fahnenmasten zu holen und damit die amerikansiche Flagge zu wedeln. Natürlich nach wie vor im Deutschlandtrikot. Dass das Aufmerksamkeit erregt dürfte klar sein. Wenn mir jemand eine große Nachrichtenagentur nennt, von der unser Amerikaner nicht interviewt wurde gibts nen Preis! Wir sind kaum voran gekommen, weil er die meiste Zeit damit beschäftigt war irgendwelchen Kameras was drüber zu erzählen, wie es heute drauf ankommen wird, wer den Sieg mehr will! Geendet sind wir dann in einer irischen Bar, die randvoll mit Kanadiern war, 3 Deutschen und etwa 15 Amerikanern. Aus Solidarität haben wir dann natürlich die USA unterstützt. Was während dem wirklich hochkarätigen Hockeyspiel das dann folgte abging ist schwer zu beschreiben. Wir hatten natürlich unseren Wasserfarbkasten vorbei und haben schon lange vor dem Spiel angefangen Mädels mit Ahornblättern und was weiß ich nicht noch alles zu bemalen. In der Zwischenzeit war unser Ami derjenige, der mit Vollgas am Getränk war und dessen Stimmung dann auch am ausgelassensten war. Die Amerikafahne war anfangs etwas in Gefahr eine aufs Maul zu bekommen, aber nach etwa ner Stunde war Ryan der Star der Bar! Unglaublich! Das Spiel war irgendwann vorbei und nachdem dann noch einige Dinge passiert sind, von denen wohl nicht in aller Öffentlichkeit berichtet werden kann, ging es dann um etwa 9 aus Vancouver raus. Wer bei Googlemaps mal die Strecke von Vancouver nach portland eingibt, dann noch bedenkt, dass unterwegs ein Grenzübergang IN die USA ist und wie begeistert man da von einem absoluten Oberklasse-SUV mit 4 bestialisch stinkenden jungen Kerlen drin ist, kann sich in etwa ausrechnen wann wir in Portland angekommen waren. Für alle andern: Es stand ne 4 davor. Insgesamt hatten wir ein geniales Wochende in Vancouver. Wenig Schlaf, viel Alkohol, wahnsinnig viel Spaß, unglaublich viele FOtos (ich schätz weit über 200), die von wildfremden Leuten von und mit uns gemacht wurden und ein riesiges Gefühl dabei gewesen zu sein. In diesem Sinne werde ich jetzt schauen, dass ich meine müden Knochen noch ein bissel aus dem Hause beweg und das schöne Gefühl genieß, dass fast egal was ich heut noch zu Stande krieg ich heut Nacht doch deutlich mehr schlafen werde als in der letzten, der vom Freitag und zumindest einem guten Teil der Nacht vom Samstag zusammen. Und ja Mama: Ich schlaf gerade zu wenig.

Nach dem Wochenende begann die Woche natürlich nicht so hundertprozentig effektiv. Nachdem aber der zweite Teil der Woche sowieso mit einem gewaltigen Managementmeeting in unserem Shop belegt war und deshalb eh nix ging, bestand auch kein großer Grund gewaltig zurückzustecken. Also haben wir gestern in einer von Portlands besseren Brauereien die Happyhour genossen um Matthias' Abschied zu feiern. Die Elektroniker sind damit ab heute ihren Praktikanten und wir einen wichtigen Teil unseres Kompetenzteams los. Ansonsten war die Woche nicht so spaktakulär und hauptsächlich von Diskussionen mit den Amis geprägt, ob es bei den Winterspielen ausser Hockey noch einen Sport gibt, der auch nur irgendjemanden auf der Welt interessiert. Biathlon und Skifahren lassen sie auf jeden Fall nicht gelten!

In diesem Sinne wünsch ich euch alles gute aus dem Land, dass hoffentlich demnächst im Medaillenspiegel von Deutschland einen gewaltigen Tritt in den Hintern bekommt!

Michi
von Michl
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Saturday, 13. february 2010 6 13 /02 /Feb. /2010 07:04
Hi Kinners

Da ich gerade ziemlich fertig auf der Couch häng werd ich euch mal wieder mit den neuesten News aus dem besten Leben, das ich mir gerade vorstellen kann (nämlich meinem), versorgen.

Wie schon erwähnt bin ich gerade in Bend im Skiurlaub mit unserem Elektronikteam. Da ich bekanntlich der einzige Intern im doofen Daimlerkonzern bin, der nur einen lausigen Tag frei bekommt (Dafür werd ich ja gut bezahlt :P) konnte ich nicht direkt am mittwoch mit den andern starten, sondern musste am Donnerstagabend hinterher fahren. Also bin ich am Donnerstagabend in den Opawagen gesprungen und hab mich auf den Weg nach Bend gemacht. Portland-Bend ist eine 4 Stunden Fahrt über ein paar Pässe. als ich Portland verließ hat es - wer häts gedacht - geregnet. Allerdings war es kein normaler es-nieselt-eben-ein-bissel-vor-sich-hin-Portland-Regen, sondern ein verdammt-schwimmt-der-Lincoln-eigentlich-Regen. Meine Fantasie hat mir dann die wildesten Geschichten erzählt was so passiert, wenn es unten so schüttet und es auf dem Berg kälter ist. Ein über 2 Tonnen schwere, heckgetriebenes Auto mit Sommerreifen und einem Getriebeproblem hat meine Sorgenfalten auch nicht gerade kleiner gemacht. Also gings an den Berg und 2,5 Stunden war ich dann auch ohne Probleme (auch oben hat es glücklicherweise nur geregnet) buchstäblich übern Berg und der Regen wurde etwas leichter. Allerdings hatte ich plötzlich sehr eigenartige Lichtphänomene auf der immernoch regennassen Scheibe. Die stellten sich dann aber recht schnell als Sterne raus und Sekunden später hörte der Regen dann auch auf. Mittlerweile war ich zwischen dem Pass und Bend. Mit anderen Worten in einem Gebiet in dem der Mensch nichts, aber auch gar nichts versaut hat, ausser der Straße auf der ich unterwegs war. Also hab ich die Gelegenheit genutzt um mal anzuhalten und einen RICHTIGEN Sternenhimmel zu sehen. Es war unglaublich. Die Nacht war einfach stockdunkel, es war weit und breit kein Mond zu sehen und ich lag auf meiner warmen Motorhaube und hatte all die Sterne vor mir, die man in unseren eng besiedelten Gebieten nie zu sehen bekommt.

Schlussendlich war ich dann angekommen und so gings heut morgen zum Schneemobilen. Um halb 9 waren wir dann mit 9 Leuten mit 600 bis 800 Kubik großen Schneemobilen ausgestattet und damit gings dann am Fuße von Mount Bachelor mit etwa 2 Metern Schnee los. Erstmal ist es beeindruckend wie die Teile abgehen. Du knallst nur schnell das daumenbetriebene Gas"pedal" an den Griff und innerhalb höchstens 4 Sekunden zischt die Tachonadel an der 60 vorbei um dann, wenn man sich traut irgendwann bei knapp 90 stehen zu bleiben. SAUwitzig das. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir hier von Meilen reden. Richtig cool ist das dann aber erst, wenn man dann auch noch scheinbar endlose Pfade hat, die durch die hinterletzte Pampa gehen und man wirklich 8 Stunden lang einfach den Schnee, den Speed und alles andere drum rum genießen kann. Zusammenfassung: Snowmobiling at Mount Bachelor: Sehr zu empfehlen!
Allerdings muss man sagen, dass es doch sehr anstrengend sein kann, wenn man die Dinger auch immer mal wieder aus dem Tiefschnee ausgraben muss. Deshalb häng ich auch jetzt am Freitagabend wie tot vor der Eröffnungszeremonie der Spiele.

Als kleine Randnotiz muss ich euch noch schnell wissen lassen, dass mir am Mittwoch mal wieder jemand ziemlcih interessantes begegnet ist. Und zwar eine echte Alaskanerin, die mir von ihrer Heimat erzählt hat. Alaska scheint ein ziemlich beeindruckender Ort zu sein. Weniger Einwohner als der Großraum Stuttgart, aber mehr als 5 mal so groß wie Deutschland und unanständig kalt. Dass sich daraus eine völlig andere Lebensweise und Anschauung ergibt dürfte klar sein. War auf jeden Fall echt interessant!

In diesem Sinne werde ich jetzt wieder meine volle Aufmerksamkeit den Winterspielen widmen, bei denen ich immernoch nicht genau weiß ob ich es hin schaffe.

Viele liebe Grüße aus der Heimat von Deschutes.

Michl
von Michl
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